Wandermarathon Donnersberg 2017 - immer dem Schild nach

Der höchste Berg der Welt? Der Donnersberg!

Wer das nicht glaubt, war nicht beim Wandermarathon letzten Samstag in Steinbach unterwegs. Ab Kilometer 30 galt es den Donnersberg zu „erklimmen“ – für mich in dem Moment der höchste Berg der Welt!

Und wie kam ich überhaupt auf die Idee bei einem Wandermarathon teilzunehmen?
Halbmarathons bin ich schon mehrfach gejoggt und gewalkt – das hat  schon immer sehr viel Spass gemacht. Als ich nun vor ein paar Wochen über die Information zu dem Wandermarathon stolperte, wollte diese Idee nicht mehr aus meinem Kopf.
Glücklicherweise war eine Tages-Nachmeldung möglich, der Donnersberg liegt praktisch vor der Haustüre Rheinhessens (also keine weite Anreise)  und die Wettervorhersage schien optimal – das Wagnis konnte beginnen! Noch nie in meinem Leben habe ich 42 Kilometer am Stück zu Fuß zurückgelegt – aber – probieren geht über studieren.

So klingelte der Wecker am 06. Mai um 05:30 und nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Steinbach.
Die Donnersberg Touristik, gemeinsam mit den Pfälzerwaldvereinen Imsbach, Steinbach, Dannenfels und Rockenhausen zeigten sich für die Organisation verantwortlich – ein grosses Lob dafür – selbst ich habe es nicht geschafft mich zu verlaufen!
… zweimal kam ich ins Zögern, aber zum Glück haben mich immer wieder freundliche und hilfsbereite Mitwanderer „eingefangen“.

Ausgerüstet mit ein paar Vitaminen, vom Obsthof Enders zur Verfügung gestellt, meiner Stempelkarte, dem Höhenprofil (da habe ich besser erst gar nicht draufgeschaut) und einem Kartenauszug machte ich mich bei herrlichem Wetter auf den Weg.

Nur kurz führte der Weg noch durch den Ort, um dann zügig über Wiesen und mit herrlichen Ausblicken direkt in den Wald zu führen.

Nach circa fünf Kilometern gab es auch bereits die erste Stempelstelle an der „Weisse Grube Imsbach“. Nun gut – warm gelaufen war ich jetzt schon mal 😉
Weiter durch den Wald – bergauf – erreichte ich auch schon bald die nächste Stempelstelle „Kupferberghütte“ – was für ein wunderbarer Ausblick hier auf uns wartete!

Das nächste Etappenziel war die Dicke Eiche – gefühlt ging es bis dorthin nur bergauf, was natürlich nicht stimmte, wenn ich das Höhenprofil betrachtete. Der Weg war sehr abwechslungsreich – immer wieder ergaben sich herrliche Ausblicke und schmale Wege gingen durch das frische Grün im Pfälzerwald.
Von dort aus führte der Weg ins Falkenbergertal – das Bergabgehen war sehr angenehm, aber die Beschreibung erwähnte schon etwas von Burg Falkenstein. Es schwante mir, dass es bald auch wieder bergauf gehen würde. 😉

Bei der Stempelstelle „Falkensteiner Hof “ (ca 25 km) legten einige eine Rast ein, da ich aber immer wieder für Fotos anhielt, wollte ich nicht zu sehr bummeln und setzte meinen Weg direkt in Richtung „Blockhütte Marienthal“ fort.
Auf dem Weg dorthin stellten sich langsam Beschwerden in meinen Füssen ein – ich dachte schon, ich hätte vielleicht Falten in den Strümpfen …
Also ein kleiner Check – nein – jedenfalls fühlte es sich nicht gut an … Das wohlwollende Hilfsangebot einer Mitwanderin, mir mit Blasenpfalstern weiter zu helfen, lehnte ich grosszügig ab – was ich später jedoch gerne rückgängig gemacht hätte und auch noch heute stark bereue!

Wandermarathon Donnersberg 2017 - Blick mit Hochsitz

Nun stand also die „Königsetappe“ an – der Donnersberg.
Leider meinten es meine Füsse nicht gut mit mir und jedes Auftreten schmerzte – von Schritt zu Schritt mehr. Egal – ändern konnte ich es jetzt nicht – also immer weiter bergauf.
Tja – und hier genau wurde mir klar – der höchste Berg der Welt am 06.05.2017 ist der Donnersberg.

Eigentlich führte der Weg auf malerischen schmalen Pfaden hinauf – jedoch  konnte ich diesen Wegabschnitt nicht wirklich geniessen.
Schliesslich oben angelangt, versöhnte die Aussicht ein wenig, vor allem das Wissen, dass es jetzt hauptsächlich bergab gehen würde. 🙂
An der Stempelstation „Keltenhütte“ war es mir dann auch völlig egal, ob ich Zeit verlieren würde oder nicht – das alkoholfreie Weissbier musste sein und konnte neue Lebensgeister in mir wecken!

Die letzten sieben Kilometer zogen sich nun schmerzhaft talwärts und wurden glücklicherweise durch den keltischen Skulpturenweg herrlich aufgelockert. Immer wieder gab es neue und unterschiedlichste Artefakte zu entdecken.
Als geradezu imposant empfand ich den Adlerbogen, verbunden mit dem herrlichen Weitblick – die Rapsfelder bildeten malerische Farbkleckse in der Landschaft.

Grosse Teile des Waldes strahlten förmlich aufgrund des frischen Blattaustriebs – nein – ich habe nicht die Sättigung auf den Bildern zu hoch gedreht – die Farben wirkten teilweise fast unwirklich!

Da ich die ganze Strecke auf meiner Runtastic-App verfolgte, wurde ich immer wieder freundlich von der netten Dame informiert, wieviele Kilometer ich denn nun schon hinter mir hatte. Als wir so langsam in der 40er Region angelangten, wurde ich immer beschwingter und freute mich darüber, dass ich das alles doch noch so toll und gut gelaunt überstanden hatte.
Als die nette Stimme dann aber bei Kilometer 44 ankam, schwante mir langsam, dass sich die App wohl mal wieder verschluckt hatte und das Ende doch nicht so nah war …
Ganz so schlimm war es letztendlich zwar nicht, es waren zu dem Zeitpunkt noch circa vier Kilometer, wie ein netter Mitwanderer auf Nachfrage von seinem GPS-Gerät ablas, aber die Luft war bei mir raus.

Auf dem letzten Kilometer musste dann auch noch einmal ein „Hügel erklommen“ werden – aber der Blick auf Steinbach, links ab, verriet dann doch, dass das Ende nun in Reichweite kam.

In der Steinbach-Hütte nahm ich glücklich den letzten Stempel und meine Urkunde in Empfang. Ich hatte es geschafft – allen Widrigkeiten zum Trotz!

Die Mitglieder der PWV hatten sich so viel Mühe gegeben, es gab Musik und leckeres Essen, es duftete herrlich – aber ich wollte nur noch nach Hause – Duschen, Füsse hochlegen und mich von meinem Mann bekochen lassen (was er freundlicherweise auch lecker gemacht hat)!

Wer sich jetzt fragt, wer macht sowas eigentlich?
Dem sei gesagt, ich war in bester Gesellschaft:
317 Wanderinnen und Wanderer,
von 14/15 bis 70/80 Jahren waren unterwegs.

175 TeilnehmerInnen wählten die 21 Kilometer Strecke,
60  TeilnehmerInnen marschierten die 30 Kilometer Runde,
und 182 TeilnehmerInnen bewältigten den 42 Kilometer langen Wandermarathon

An alle auch an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch!

Mein Fazit für das nächste Mal – ja es wird hoffentlich ein Solches geben:

  • gutgemeinte Hilfe werde ich nicht mehr abschlagen
  • ein GPS ist hilfreich, wenn man den Überblick behalten möchte
  • in einer Gruppe zu starten, bereitet sicher noch mehr Vergnügen
  • Startzeit erst eintragen lassen, wenn ich auch wirklich losgehe 😉
  • Blasenpflaster einpacken und vorsorglich verwenden, denn solche Blasen, die ich mir gelaufen habe, braucht kein Mensch …

Ein ganz grosses Dankeschön möchte ich an dieser Stelle an die tolle Organisation aussprechen und alle ehrenamtlichen Helfer, denn ohne sie wäre so ein Event nicht durchführbar.
DANKE!

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag habe ich allerdings noch.
Es wäre schön gewesen Wasser ohne Kohlensäure kaufen zu können. Auch das Medium hatte noch zu viel Blubber und das Trinken war recht unangenehm aus dem Trinkschlauch.


Ach ja – und wann war jetzt nochmal der Termin für nächstes Jahr?
🙂

  1. Toller Bericht mit super schönen Bildern. Ich glaube, wir haben uns oben am „höchsten Berg der Welt“ getroffen! Direkt vor der Schautafel…

    Viele Grüße von einem Mitwanderer aus Limburg an der Lahn!

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